< Der zweite Festivaltag
23.03.2010 12:41

Die Preisträger des 11. Landshuter Kurzfilmfestivals

Der Jurypreis des BMW Werks Landshut, dotiert mit 3000 Euro, geht an:

  • Soft Skills von Max Fey, HFF München

Die Begründung der Jury:
Eine einfache Geschichte, glaubhafte Figuren, eine präzise Dramaturgie und ein nochvollziehbares Dilemma - das sind die nur scheinbar selbstverständlichen Zutaten für unseren Gewinnerfilm. Der Film stilisiert Dialoge, verdichtet Realität und Bildsprache und scheint doch wie mitten aus dem Leben gegriffen. Unaufdringlich, doch intensiv greift er gesellschaftliche Brandthemen wie Zivilcourage und unsere Klassengesellschaft auf - ohne jemals didaktisch zu wirken. Die Charaktere stehen im Mittelpunkt - und da uns ihr Schicksal interessiert - ist dieser Film voller Suspense und geht uns nahe. Ihm gelingt das kleine Wunder ein klassisches Happy End zu vermeiden, ohne den Zuschauer zu enttäuschen.

Der Publikumspreis der Josef-Stanglmeier-Stiftung, dotiert mit 2000 Euro, geht an:

  • Das große Glück sozusagen von Alexander Stecher, Filmakademie Wien

Der Jurypreis für Animation der Firma Bauer Beratende Ingenieure, dotiert mit 1000 Euro, geht an:

  • Judas & Jesus von Claudia Romero & Olaf Encke, Distant Dreams, Berlin

Die Begründung der Jury:
Es gab dieses Jahr viele wundervolle und sehr, sehr unterschiedliche Arbeiten im Bereich Animation, die uns berühren erstaunen und beeindrucken konnten.
Jedoch gab es einen herausragenden Film, der alle Jurymitglieder so überzeugt hat, dass wir zu einer blitzschnellen Entscheidung kamen.
Dieser Film ist nicht nur handwerklich herausragend, wundervoll animiert und präzise beobachtet. Er ist vor allem rotzfrech, mutig und gnadenlos komisch.

Die StadtLandJugend Preise für die Kategorie Junges Kino ging an:

  • 1. Preis 500 Euro ? Falscher Hase von Hans Hofer, Filmakademie Wien
  • 2. Preis 250 Euro ? Leerfahrt von Matis Burkhardt, Beuth Hochschule Berlin
  • 3. Preis 250 Euro ? Schranken des Lebens von Sinisa Galic, Beuth Hochschule Berlin

Der filmnach8 Preis für den besten Dokumentarfilm, dotiert mit 300 Euro, ging an:

  • Ein Tag und eine Ewigkeit von Anna Hepp, Kunsthochschule der Medien Köln

Die Kinderfilmpreise des BMW Werks Landshut, dotiert mit jeweils 150 Euro, gehen an:

  • London liegt am Nordpol von Achim Wendel
  • FC Murmeli von Dustin Rees & Jochen Ehmann

Die Gewinner des 3x3 Wettbewerbs von on3:

  • Mord zum Sonntag von David Schreck & Quirin Kehm
  • Neulich in meiner Wohnung von Peter Baranowski & Michael Krummenacher
  • Außenstelle von Stephan Zwickirsch

Lobende Erwähnungen der Jury:

Besondere Erwähnung
Bevor wir zum Siegerfilm kommen, möchten wir als Jury noch einen Film besonders erwähnen der uns nachhaltig beeindruckt hat.
Hier konnte man einem Regietalent bei der Entfaltung zusehen. Der Film wird in seinem Verlauf immer besser, immer intensiver, immer packender und wirkt schließlich über das Ende hinaus. Er greift mutig ein Thema auf, dass meist nur Entsetzen und Ratlosigkeit auslöst und traut sich, den Zuschauer in einem Gefühl der moralischen Verwirrung zurückzulassen. Ausdrücklich lobend erwähnen möchte die Jury den Film NARBEN IM BETON (Kunsthochschule für Medien Köln) von Juliane Engelmann.

Schauspiel
Wir haben in diesem Programm so viele großartige Schauspielleistungen gesehen, dass wir es richtig schade fanden, keinen Schauspielpreis vergeben zu dürfen.
Über alle Generationen hinweg demonstrierten die Darsteller die große Kunst, eine Figur ins Leben zu rufen, die für den Zuschauer nicht nur optisch greifbar, sondern spürbar, erfahrbar wird. Wenn wir denn einen Preis zu vergeben hätten, ginge er für die starke, mutige, sowohl komisch als auch tragisch überzeugende Darstellung der ungeschminkten Wahrheit über das Altwerden an DOINA WEBER in Masken, Masken von Magdalena Lauritsch.